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Full text of "Funfzig babylonische rechts- und verwaltungs-urkunden aus der zeit des konigs Kambyses (529-521 v. Chr.)"

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Fünfzig 

babylonische 
rechts- und 
verwaltungs-. 
aus der zeit .., 



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FÜNFZIG BABYLONISCHE 

RECHTS- UND VERWALTUNÄKÄp 

AUS DER ZEIT DES KÖNIGS KAMBYSES €jiöw-pi v. Ä)V 



INAUGURAL-DISSERTATION 

WELCHE NEBST DEN BEIGEFÜGTEN THESEN 
MIT GENEHMIGUNG 

DER HOHEN PHILOSOPHISCHEN FAKULTÄT 
DER UNIVERSITÄT BRESLAU 

ZUR ERLANGUNG 
DER PHILOSOPHISCHEN DOCTORWÜRDE 

AM 15. AUGUST l89^MITTAGS 12 UHR 

IN DER AULA LEOPOLDINA 
ÖFFENTLICH VERTHEIDIGEN WIRD 

ERNST ZIEMER v 

CAND. THEOL. 



OPPONENTEN: 

DR. PHIL. G. KERBER. 

CAND. THEOL. W. HELLBERG. 



LEIPZIG 

DRUCK VON AUGUST PRIES 

1896. 



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Die ganze Abhandlung wird im 3. Heft des III. Bandes der Beiträge zur Assyriologie 
und semitischen Sprachwissenschaft, herausgegeben von Friedrich Delitzsch und Paul 
HAUPT, Leipzig $896, erscheinen. 



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MEINEM THEUREN VATER 



IN HERZLICHER LIEBE UND DANKBARKEIT. 



157424 






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i 



aus der Zeit des Königs Kämbyses (529 — 521 v. Chr.). 

Von 

Ernst Ziemer. 

1) Nr. 46 (19 Z.): Babel, **j 4 I Kamb. 

2 meine 4 sikil kaspi t a-di 1 meine kaspi mah-ru-ü sa ina Nisanni 
I a-na Iddi-na-aplu id-di-nu, }a I-I-N ina muh-hi Samas-ka-sir aß 
Nabü-bel-hi-nu a. La-kub-bu-riu ina ki-it }a Abu kaspa u hubulla-hi 
i-nam-din. 

9 «nUmu-kin-nu Bel-ubaltt-it aß Bel-u$allim a. Da-bi-bi y Nabu- 
süm-uUesir aß Nabü-tir-... a. m amil pa-se-ki t Tir(J)-nu-nu aß Mu~}e- 
zib-Bel a. amiI DiM t düp-sar Marduk-na-sir aß ilu A.£Q)-ia (a.) Be/^iä-ü. 

16 Bäbilu Düzu ümu 25. }ätt?i L Ka-am-bu-zi-ia sar Bäbi/i, i-nu- 
sü Ku-ra-su abu-hi Ihr mätäte, 

1) ohne t/u. 

Übersetzung: 

2 Minen 4 Sekel Silber — nebst 1 früheren im Nisan von I dem 
Iddina-aplu gegebenen Mine Silber — , dargeliehen von I-I-N an 
Samas-kasir, Sohn des Nabu-belsunu, Sohns des Lakubburu. Am 
Ende des Ab soll er das Geld und dessen Zinsen zahlen. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines verzinslichen Gelddarlehens. Zinsfuss nicht an- 
gegeben, doch als bekannt vorausgesetzt. Rückzahlungstermin: Ende Ab. 

Z. 1. 2 Minen 4 Sekel Silber, d. i. nach unserm Geld M. 116,25. — 
Das richtige Verständniss der Worte adi bis iddinu (Z. 1 ff.) hängt 
davon ab, in welchem Verhältnisse Iddina-aplu zu Samas-kasir stand. 
Mir scheint aus dem Kontext unserer Urkunde hervorzugehen, dass 

V ° 

Samas-kasir auch der Empfänger der „ 1 früheren Mine", Iddina-aplu also 
etwa ein Bevollmächtigter (Angestellter) des Samas-kasir gewesen ist. 
Z. 7. Für die Rückgabe des Geldes sei noch als Ausnahme be- 
merkt, dass sie auch in mehreren Raten geschehen konnte; z. B. IV. 



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— 6 — 

•*•• i !*•• •*.*• • i •/ . •*• 

r7^;4^i^..tl-^r. # Ä45^' ina mi-iil iatti i-nam-din-nu ii ri-hi kaspi ina 

'K-$t\}dfti 4~na?ii-diji-nu. 

••• "•'••Z.'äi: ?**[{}%& d. i. wohl = amn bäni Baumeister (2, 8. 46, 13. 31, 2. 
• #I 795 if.JU-s. w.)! Dem amd DIM. GAL-li-e im Sanh.-Prisma (VI 45) d. i. 
dtingntl}l<$k^$^&sttr entspricht in unsern Texten am}l GAL.KAK 
d.i. amH rab-bani (2, 7. 43,4. 284, 14. 313, 10). Vgl. HWB I78 b . 220 b . 
Z. 16 ff. Das Täfelchen ist vom 25. Tammuz des ersten Jahres des 
Kambyses datiert mit dem Zusatz: „sein Vater Kyros war damals 
Herr der Länder". Wir ersehen hieraus, dass Kyros noch bei Leb- 
zeiten, während er fortfuhr König des persischen Gesamtreiches zu 
sein, seinem Sohn Kambyses die Königsherrschaft über Babylonien 
übertragen hatte. Ebendiesen, nur durch ina ü-mu-iu-*na eingelei- 
teten, Zusatz hat die vom 25. Kislev des ersten Jahres des Kambyses 
datierte Tafel Nr. 81. Vgl. hiermit 42, 21 f.: 7. Tammuz des I. Jahres 
des Kambyses ihr Babili apil Ku-rai Ihr viatäte ', 72, 16 ff.: 8. Mar- 
cheschvan des I. Jahres des Kambyses ihr Babili apil Kür-rai ihr 
mätäte* 1 > 98, 7 ff: 8.? des I.Jahres des Kambyses ihr Babili apil Ku- 
rai ihr mätäte. Wie man sieht, ist überall nur von dem ersten Jahr 
des Kambyses die Rede. An den letztgenannten drei Stellen führt 
die Titulierung des Kambyses als iar Babili im Unterschied von 
jener seines Vaters Kyros als iar mätäte zu dem nämlichen histori- 
schen Ergebniss. Wo diese Unterscheidung von Vater und Sohn nicht 
gemacht ist, wird ebensowohl Kyros auch noch in seinem letzten 
Regierungsjahr iar Babili iar mätäte genannt (IV. 334—341) als Kam- 
byses schon im Anfang seiner Herrschaft über Babylonien iar Babili 
iar mätäte (1, 15. 2, 20. 3, 20f. u. s. w.), ja sogar nur iar mätäte (18,6). 

2) Nr. 219 (15 Z.): Babel, 28,, III Kamb. 

/ mane kaspi ia I-I-N ina muh-hi Bel^-iu-nu äi Nabü-zer-iddina. 
ia arhi ina muh-hi 1 ma-ni-e 1 iikil kaspi ina muh-hi-iu i-rab-bi. ina 
Düzu kaspa ü hu-bul-lum i-nam-din. 

8 anttmu-kin-nu Nergal-uiallim ai Si-lim-Bel a, Nabu . . ., Siwi- 
ukin aji La-ba-ii . . . a. m amH DIM, u amd dupsar Marduk-täbik-zer a\i 
Bel-uballi-it a. Na-gi-ru 

13 Babilu Säbatu ümu 28. iattu III. Käm-am-bu-zt-iä ihr Babili 
u mätäte. 

1) ohne #«. 

Übersetzung: 

1 Mine Silber, Forderung des I-I-N an Bel-sunu, Sohn des Nabu- 
zer-iddina. Monatlich wächst zu 1 Mine 1 Sekel Silber ihn belastend 
hinzu. Im Tammuz soll er das Geld und die Zinsen bezahlen. 



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I 



- 7 — 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines verzinslichen Guthabens an Geld. Zinsfuss: 
2O°/ . Zahlungstermin: Tammuz. 

Z. i. i Mine Silber, d. i. nach unserm Geld M. 56,25. 

Z. 4 f. ina muhhi. Statt ina muhhi bez. ina eli findet sich auch ana 
muhhi bez. ana eli (81, 5. II. 585, 4. III. 45, 8. 54, 4. 68, 4). Ganz unge- 
wöhnlich heisst es III. 189, 5 f.: arhu ma-nu-ü 1 sikil kaspi ina muh- 
hi-Xu i-rab-bL Das Suffix su beim zweiten ina muhhi (Z. 5) bezieht 
sich natürlich auf den Schuldner. Der Zinsfuss wird in der Regel so 
angegeben, wie es hier geschieht, dass er nämlich für den Monat be- 
rechnet wird. Doch giebt es auch Ausnahmen: IV. 268, 5 f. wird er 
fürs Jahr angegeben: sa Zatti ina muh-hi 1 ma-ni-e 12 sikil kaspi ina 
muh-hi-su i-rab-bi. Ebenso III. 54, 4 f.: $a latti a-na eli 1 ma-ni-e 8 
sikil kaspi ina muh-hi-hi i-rab-bi (III. 242, 5 f.). Interessant ist der III. 
26, 5 ff gegebene Fall: ina Simäni i-nam-din-nu-11 , ki-i la id-dan-nu-u 
Sa arhi ina 7nuh-hi 1 ma-ni-e 1 sikil kaspi ina muh-hi-su-nu i-rab-bL 
Ein halbes Jahr ist das Kapital zinsfrei; wird es dann noch nicht 
zurückgegeben, so treten von da an die gewöhnlichen Zinsen ein (vgl. 
III. 194, wo in gleichem Falle statt der Zinsen 4 Tonnen SE.BAR 
zu liefern sind). Der übliche Zinsfuss bestand im Zuwachs von einem 
Sekel auf eine Mine im Monat, d. i. ein Fünftel des Kapitals im Jahr 
oder 2O°/ . In den Kambyses-Kontrakten findet sich keine Ausnahme 
hiervon, wohl aber in denen aus Nebukadnezars Zeit, und zwar ist 
der Zinsfuss in diesen Ausnahmen geringer. In der oben angeführten 
Stelle III. 54 wird als jährlicher Zuwachs angegeben: 8 Sekel auf eine 
Mine, d. i. i3V3°/o; ebenso III. 68. 69. in, 5 f. Noch niedriger sind 
die Zinsen in III. 45, denn dort heisst es : sa arhi a-na eli 1 ma-ni-e 
*\ 2 sikil kaspi ina muh-hi-su i-rab-bL Hier betragen sie die Hälfte des 
gewöhnlichen Zinsfusses: io°/ . Übrigens wurde gelegentlich auch von 
andern Dingen als von Geld Zinsen genommen. Dies lehrt die Ur- 
kunde III. 66 t in welcher es sich um ein Guthaben an Datteln und SE. 
BAR handelt. Da heisst es (Z. 10 f.): ki-i la id-dan-nu Sa arhi ina 
eli 1 gur f l 2 ina eli-hi ta-rab-bi. 

Z. 5. i-rab-bi Prs. von Hin; anderwärts i-rab (341, 5), i-rab-ba- 
(16, 13). 

3) Nr. 336 (18 Z.): Babel, *3/ 9 VI Kamb. 

2 \ 3 mane kaspi Sa I-N-E ina eli E-sag-ila-Sa-du-nu ajs bia-ese-etir 
a. Sin-$a-du-nu. sa arhi ina eli 1 ma-?ii-e 1 sikil kaspi ina muh-hi-su 
i-rab-bL 

7 <™zimu-kin-nu Kal-ba-a a\s Sil-la-a a. Na-ba-a-a f Gi-mil-lu as 
ilu Daian-zer-ibni a. anül langü Nergal, Nabü-bälät-su-ik-bi a\s E-sag- 



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_ 8 — 

ila-Sa-du-nu a. Sin-sa-d?i-nu, Bel-iddlna a\s Ahe-iddina a. amH langte 
Nergal, u amil dupsar Sin-ta-kü-bul-lit aß Iddina-Nabü a. E-gi-bL 

15 b Bäbilu Kislimu ümu 23. sättu VI. Käm-bu-zi-ia Ihr Bäbili Ihr 
mätäte. 

Obersetzung: 

2 / 3 Mine Silber, Forderung des I-N-E an Esagila-sadunu, Sohn 
des Ina-ese-etir, Sohns des Sin-sadunu. Monatlich wächst zu 1 Mine 
1 Sekel Silber ihn belastend hinzu. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines verzinslichen Guthabens an Geld. Zinsfuss: 
20%. Zahlungstermin nicht bestimmt. 

Z. 1. 2 / 3 Mine Silber, d. i. nach unserm Geld M. 37,50. 

10. a. amH $angü Nergal. Aus diesen Worten geht hervor, dass 
die Priester des Gottes Nergal verheirathet waren (vgl. auch Z. 13). 
Das Nämliche lässt sich von den Priestern der meisten übrigen baby- 
lonischen Götter nachweisen. So waren verheirathet die Priester des 
Bei (142, 18. 19. III. 59, 1. IV. 168, 4), des Sin (208, 6), des Samas (257, 
15. 273, 2. 401, 4. 408, 11), des Ramman (IV. 45, 4. 65, 4), des Ea (262, 
18. 428, 3.4), des Adar (116, 11. 290, 18. 325, 14. 365, 11); ferner die 
Priester der Iitar Bäbili (25, 13. 42, 3. 49, T4. 93, 10 u. a.), der Gula 
(81, 4. 161, 11. 287, 2) und der Nana (167, 17. 218, 17. 257, 18. 260, 4. 
409, 19); endlich der amil til-gid-da Ebabbara (9, 12. 240, 12), der amil 
tangü Sipar (42, 2. 121, 13. 131, 5. 194, 7. 240, 11) und der tangü pa- 
rakki (306, 15. IV. 89, 15. 142, 12). 

4) Nr. 81 (21 Z.): Babel: 25/ 9 | Kamb. 

I2'\ 2 . mane kaspi sa f-I-N ina muh-hi Ki-din-Marduk u Nabu- 
mu-se-ti-ik-urru märe sa Zeri-ia a. amil langte ilu Gu-la. $a arhi a-na 
muh-hi 1 ma-ni-e 1 sikil kaspi ina muh-hi-su-nu i-rab-bi. ul-tu ümu 1. 
Sa Tebetu hubullu ina muh-hi-Su-nu i-rab-bi. Düzu kaspa u hubulla- 
su i-nam-din-ii \ mim-mu-Su-nu Sa ali u seri ma-la ba-Su-ü ma$-ka-nu 
}a I. amU räsu-ü sa-nam-ma ina muh-hi (ul i)*-}al-lat a-di-i muh-hi I 
kaspa- su u hubulla-su i-sal-li-mu. i-en pu-ut 2-i na-Sü-ü. 

Hb *™zimu-kin-nu Marduk-erba aß Iki-Sa-aplu a. Sin-ikribe-iteme, 
Gi-mil-lu aß Nabü-iddina a. amH sangü ilu Gu-la t Itti-Nabü-bälätu amil 
dupsar aß Marduk-bän-zer a. Bel-e-te-ru. 

18 b Bäbilu Kislimu ümu 25. sättu I Käm-bu-zi-ia Ihr Bäbili, ina 
ü-mu-su-ma Ku-ra-as abu-Su ihr mätäte. 

1) vom Schreiber irrig ausgelassen. 



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i 



— 9 ~ 
Übersetzung: 

12V2 Mi ne Silber, Forderung des I-I-N an Kidin-Marduk und 
Nabu-musetik-urru, die Söhne des Zeria, Sohns eines Gula-Priesters. 
Monatlich wächst zu 1 Mine 1 Sekel Silber sie belastend hinzu. Vom 
1. Tebet ab läuft die Verzinsung. Im Tammuz sollen sie das Geld 
und dessen Zinsen bezahlen. Ihr Gesamteigenthum in Stadt und Land 
dient dem I als Pfand. Kein anderer Gläubiger hat darüber Macht, 
bis I sein Geld und dessen Zinsen wieder hat. Einer haftet für den 
andern. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung über ein verzinsliches Guthaben an Geld. Zins- 
fuss: 20% (vom 1. Tebet ab). Zahlungstermin: Tammuz. Verpfändung 
des Gesamteigenthums. 

Z. 1. 12V2 Minen Silber •= M. 703. 

Z. 6. Es wird genau angegeben, von wann an das geliehene 
Kapital Zinsen tragen soll. Es wird am 25. Kislev ausgeliehen, und 
vom i. des nächsten Monats an werden die Zinsen berechnet. 

Z. 9. Hier wird das ganze Besitzthum des Schuldners in Stadt 
und Feld als Pfand genommen (328. 379. Evilm. 10, 7. III. 258, 438, 5). 
Als Pfandobjekte werden dann im Einzelnen noch in unsern Kam>- 
byses-Texten erwähnt: Felder (104. 372), Häuser (208. 306.431), Geld 
(428), Schuldschein (208), Sklaven (195.429.315). 

Z. 12. Hinter muhhi ist nothwendig ul i- einzusetzen, nach Ana- 
logie aller anderen Fälle: 68, 13. 104, 13. 292, 14. 306, 9. 315, 10. 372, 
13. 379, 11. 409, 13.410, 11. 428, 7. 

Z. 13. i-sal-li-mu Prs. I, 1 : bis er unversehrt ist bezüglich seines 
Geldes, d. h. bis er es wieder zurückerhalten hat (431, 8. 315, 11. 
428, 8). i-sal-lini-mu (292, 15), ta-sal-li-mu (306, 10). Synonym hier- 
mit ist IV 1 von et erw. in-ni-ti-ir (409, 14), in-ni-tir-ru (68, 15. IV. 130* 
13. Evilm. 19, 7). 

Z. 13 f. üten put Sani nasü. put PEISER, Keilsckr. Aktenstücke, S. 105 
meint, man könne nicht läugnen, dass in den meisten Fällen, wo put 
(sie, mit tt) in den Verträgen und ähnlichen Schriftstücken vorkommt, 
put als Nomen aufgefasst und mit „Quittung" übersetzt werden müsse. 
Er beruft sich dazu auf Str. L 169, 13: pu~da~ni-hi-nu hu-up-pti-u „ihre 
put sind zerbrochen". Es soll nun nicht in Abrede gestellt werden, 
dass es ein ähnlich geschriebenes Nomen mit der Bed. „Schriftstück, 
Urkunde, Quittung", synonym mit fatäru, giebt; dieses ist aber 
git-tu (s. HWB 196) zu lesen. Es findet sich auch in unsern Urkun- 
den; z. B. 281, 8: git-ta* 1 (oder GfT.TA* 1 = gittänü) mahru-ü-tu 
hi-pi-ü die früheren Urkunden, Quittungen sind getilgt; 279, 10: isten 
a (}ya-a-an glt-ta* 1 il-te-ku-u je Eine Urkunde haben sie sich genommen, 



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— IO — 

gleichbedeutend mit: isten ia - a - an }a-ta-ri il-te-kti-ü 388, 14; vgl. auch 88, 9. 
215,9. 217,8. 253,20. 257,13. 301,5, wo il-kti-u statt il-te-ku-tL Ebenso 
findet sich dieses Nomen auch bei Cyrus, z. B. 8, 7: e-lat IM. G/T. TA* 1 
sa g sikil kaspi mahrü-tum sa La-ba-si ina kat Marduk-ri-man-ni 
mah-ra. Von diesem Nomen gittu ist aber sehr zu unterscheiden 
die Präposition put, wie wir sie z. B. in dieser so sehr geläufigen 
Phrase finden: isten put Sani nasü (2, 8. 3, 9. 16, 9. 81, 14. 261, 12. 
3 J S> *5- 3 22 > ll - 348>9- 391, 9- 409, 10). Dieses Wort wird auch nicht 
mit ü, sondern mit fi geschrieben, wie aus der Schreibung pu-ü-tu 

309, 6 (pu-ü-tu amH si-hu-ü amd pa-ki-ra-a-ni Ha-ba-si-ru na-sü-u) 

hervorgeht. Die Übersetzung „Quittung" giebt keinen Sinn, wie auch 
PEISER nur gezwungen zu einem solchen kommt, put hat vielmehr 
die Bedeutung „gegenüber, anstatt, für, avxi"> und die von Oppert ge- 
gebene Deutung obiger Phrase mit „garantieren" giebt den rechten, ein- 
fachen und ungekünstelten Sinn : einer bürgt für den andern. (NB. sani 
ist Ordinalzahl, nicht, wie PEISER wiedergiebt, Kardinalzahl „beide"; 
ausserdem dürfte bei Peisers Übersetzung hinter isten nicht fehlen 
ta-a-an /) Diese Übersetzung passt überall in ähnlichen Fällen; z. B. pu-ut 
e-te-ru Sa kaspi N.N. na-sü-u für die Zahlung des Geldes bürgt N.N. 
(240, 8f. 398, 6f.); pu-ut e-tir na-as-si (145, 10); pu-ut si-hu-ü etc. N.N. 
na-M-ü (287, 6 ff. 309, 6 f. 334, 15). Ebendiese Bed. passt auch vortreff- 
lich an der von PEISER übersetzten Stelle. Die betreffenden Zeilen 
(XVIII, 11 — 15) sind demnach so zu transskribieren und zu übersetzen: 
ina Tisritu suluppu a 28 gurru ina ha-sa-ri ina ma-H-hi $a 1 PI 
ina muh-hi i-it menü-tu u gi-mir-sa a-di-i bit Nabü-ahu-id-dan-7iu 
i-nam-din-nu-it \ isten pu-ut 2-i a-na e-tir na-hi-ü d. h. „Im Tischri 
sollen sie die Datteln im Betrage von 28 Tonnen auf dem .... im 
Maasse von 1 Pi auf Einen Posten und insgesamt bis ins Haus des 
Nabu-ahu-iddannu (Ehemann der ausleihenden Frau) zurückgeben. 
Einer bürgt für den andern für die Ablieferung." Der Einwand Peisers, 
statt eteru sei bei solcher Übersetzung nadänu zu erwarten, ist hin- 
fällig, da eteru ja ganz das Nämliche besagt; es war nur von den 
Geldurkunden her geläufiger. naHi Perm., dafür auch nah (307, 10. 
145, 10. 334, 15), Fem. na-sa-a-tum 15, 8. na-sa-a-tu 165, 9. III. 201, 9: 
f Gu-zu-um-inu ina kat Nabü-etir-nap^ate na-la-tum. 

Bei allen wichtigeren Geschäften wurde, wie es scheint, eine der- 
artige Bürgschaft von einer Person geleistet; wir finden sie bei 
Dattelgeschäften (2. 3. 261. 322), bei Verleihen von Getreide (SE.BAR) 
und Zwiebeln (391), bei Sklavenverkäufen (15. 287. 307. 309. 334) und 
namentlich bei Geldgeschäften (16. 81. 240. 315. 348. 409. 145). Inwie- 
weit Männer und Frauen zur Bürgschaftleistung nicht berechtigt 
waren, lässt sich nicht sicher sagen. In den Fällen wo Männer die 
handelnden Personen sind, also bei Geldgeschäften die Entleiher, bei 



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— II — 

Sklavenverkäufen die Verkäufer, übernehmen diese meist selbst die 
Bürgschaft. Ausnahme: 145. Mehrere Fälle finden sich dann in unsern 
Urkunden, in denen Frauen Bürgschaft leisten. Zunächst übernimmt 
in Nr. 15 Kassa, Tochter des Nabu-sum-iskun und Frau des Marduk- 
erba, für ihre an Iddina-Marduk verkaufte Sklavin die übliche Bürg- 
schaft selbst. Hier mag dafür der Umstand von Einfluss gewesen 
sein, dass ihr Mann Marduk-erba schon in einem Schuldverhältniss zu 
Iddina-Marduk steht, wie uns die Anmerkung sagt (Z. 9 f.): e-lat ra- 
Sü-tü Sa Iddina-Marduk Sa ina muh-hi Marduk-erba mutu Sa SKaS- 
Sa-a. Denn einen entgegengesetzten Fall finden wir in Nr. 287. Hier 
verkauft Inniba, Töthter des Iddina-Bel, ihre Sklavin an Kalba. Die 
Bürgschaft übernehmen aber ihre beiden nächsten Verwandten, näm- 
lich ihre Mutter und ihr Mann. Hier fällt dieses auf, dass einerseits 
die verkaufende Frau selbst nicht haftet, und dann doch wieder nicht 
etwa nur Männer, sondern ein Mann und auch wieder eine Frau als 
Bürgen eintreten. Warum sie es dann nicht selbst gethan hat, ist 
nicht ersichtlich. Jedenfalls aber geht Eins wieder daraus hervor, 
dass die Frauen keineswegs absolut von diesem Rechte ausgeschlossen 
waren. Ja, eine Frau konnte sogar statt eines Mannes die Bürgschaft 
übernehmen, wie Amatia für Nabu-ikisa (165, 7 f.) thut. Zu merken 
sind noch folgende interessante Fälle. III. 67: 2 Geschwister verkaufen 
und übernehmen selbst die Bürgschaft, aber ina a-Sa-bi Sa ummi-Su-nu 
unter Gewährleistung ihrer Mutter. Nerigl. 23 übernimmt dagegen 
wieder ein Sohn die Bürgschaft für seine Mutter. In PEISER, BV Nr. 1 1 
übernehmen beim Verkauf einer Sklavin für die Verkäuferin deren 
Sohn und Bruder die Bürgschaft. 

Z. 20 f. Für den zum 1. Jahr der Kambyses gefügten Zusatz „in 
ebenjener Zeit war sein Vater Kyros Herr der Länder" s. zu Nr. 46 
d. i. Nr. 1 unserer Auswahl. 



5) Nr. 208 (18 Z.): Babel, »/,<> III Kamb. 

% mane kaspi Sa I-N-E ina muh-fyi Nabu- .... a\S Täbik-zer a. 
amil mi-sir-a-a. Sa arhi ina eli 1 ma-ni-e 1 Sikil kaspi ina muh-hi-Su 
i-rab-bL bit-su Sa iti l biti Iddina-Marduk a\S Iki-Sa-aphi a. amH Sangü 
Sin maS-ka-nu Sa I e-lat 2-ta ü-an-tim* 1 Sa J f lj mane kaspi Sa bitu 
maS-ka-nu sab-tu. 

10 *»*e?mu-kin-nu Marduk-Süm-iddina a'S Bel-na-din-aplu a. amH mu- 
kal-lim, Bel-aplu-iddina a\S Marduk-Süm-iddina a. amU Sangü iiu G2i/a 2 , 
Sad-din-nu a[S Nabü-iddma a. amH ' mu-dam?ni-ik-Rammän t Ardi-id a'S 
Gi-mil-lu a. amel DIM t Ahe-iddina-Marduk amH düp-sar a\S Bel-ahe-erba 
a. AmeP-Nannari. 



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— 12 — 

17 Bäbilu Tebetu ümu <?. 4 iättu III. X Käm-bu-zi-iä Var Bäbili Var 
matäte* 1 . 

i) DA. 2) ME. ME. 3) UR. 4) Deterni. kam. 

Übersetzung: 

2 / 3 Minen Silber, Forderung des I-N-E an Nabu- .,.., Sohn des 
Tabik-zer, Sohns eines Ägypters. Monatlich wächst zu 1 Mine r Sekel 
Silber ihn belastend hinzu. Sein Haus, welches neben dem Hause 
des Iddina-Marduk, Sohns des Ikisa-aplu, Sohns eines Mondpriesters, 
gelegen ist, dient dem I als Pfand. Unbeschadet zweier Schulden von 
3 , / 3 Mine Silber, für welche das Haus als Pfand genommen wurde. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines verzinslichen Guthabens an Geld. Zinsfuss: 
20%. Verpfändung des Hauses des Schuldners, welches bereits für 
2 frühere Schulden verpfändet wurde. 

Z. 4. a. amil mi-sir-a-a (III. 274, 4). An den übrigen 5 Stellen, an 
denen auch in den Personenangaben als Grossvater des betr. Mannes 
ein Ägypter angeführt wird, steht jedesmal a. m Mi-sir-a-a (86, 14. 
2 ^7; J S« 348, 14. 422, 18. 431, 3): der Volksname, den der Mann ge- 
tragen hat, ist zum Eigennamen geworden. Diese nämliche Erschei- 
nung finden wir häufiger bei Berufsnamen; so heisst es z.B. 15, 2 
und 341, 13: a. amii man-di-di (oder min-di-dii so DELITZSCH), dagegen 
17, 15 und 328, 10: a. m Man-di-di) ferner a. m US.BAR (III. 201, 5. 203, 1) 
statt des häufigeren a. amii US.BAR (286, 5. 431, 12); a. m Mu-kal-lim 
(153, 12. 253, 9) statt a. amil mu-kal-lim (208, 11). Bei allen Berufsnamen 
ist es selbstverständlich noch nicht so weit gekommen; vom Schmied 
heisst es z.B. in unsern Kontrakten immer noch: a.<"**inappahu (110, 16. 
182, 16. 321, 8. 362, 15. 20. 356, 9. 360, 13. 14. 372, 21); ebenso a. amil 
SÜ.HA (55, 4. 56, 4. 309, 16 u. s. w.). Doch hier findet sich an drei 
Stellen die auffallende Schreibung: a. mamil SÜ.HA (117, 6. 218, 16. 
317, 16); vgl. a. m amil pa-se-ki (46, 12), a. m amil DIM (219, 11). Hier 
bereitet sich der Übergang vor. 

Der Umstand nun, dass an mehreren Stellen Ägypter bez. Nach- 
kommen von Ägyptern in den Zeugenverzeichnissen angeführt werden, 
lehrt, dass zwischen Babylon und Ägypten in jener Zeit und früher 
engere Beziehungen bestanden haben müssen: Einwanderungen, Über- 
siedelungen von Ägypten nach Babylonien, die zu dauernder Nieder- 
lassung, zu festem Wohnsitz führten. Diese Ägypter wurden dann 
ganz und gar Babylonier; ihre Söhne und Enkel tragen echt baby- 
lonische Namen, z. B. hier Tabik-zer; Rimut-Bel (86, 14), Samas-erba 
(287, 15. 422, 18), Marduk-sum-ibni (348, 14). Dass auch die Babylonier 
nach Ägypten kamen, zeigt 334, 4, wo zu dem Verkauf einer Sklavin 



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— 13 — 

von seiten des Iddina-Nabu die Bemerkung gefügt ist: mät Mi-sir- i-i- 
lum ina hu-bu-ut kaSti-Su. Iddina-Nabu hat sich also die Sklavin aus 
Ägypten geraubt und nach Babylon gebracht, und diese ägyptische 
Magd trägt nun den ebenfalls echt babylonischen Namen: f ilu Na-na-a- 
it-ti-ia* Vgl. die Anm. zu Nr. 24 (Z. 5 ff.) der DEMUTHschen Textauswahl. 
Z. 5. Das Haus wird hier ohne alle weitere Bestimmung als Pfand 
genommen. In einem andern gleichen Falle (306, 11) findet sich noch 
der Zusatz: ultu ümu i. Sa TiSriiu bitu ina pän SAmat Jlu Na-na-a vom 
1. Tischri an steht das Haus zur Verfügung der Amat Nana (der Dar- 
leiherin). Nach unserem Text hat der Gläubiger während der ganzen 
Zeit bis zur Zurückerstattung des geliehenen Geldes freie Wohnung 
und Benutzung des betr. Hauses und der Schuldner muss gleichwohl 
ganz dieselben Zinsen in der Höhe von 2O°/ zahlen; ebenso 431. Da- 
gegen heisst es 306, 7: i-di biti ia-a-nu u hubullu kaspi ia-a-nu. Der 
Gläubiger hat für die Miethe des Hauses des Schuldners nichts zu 
zahlen, dagegen hat aber auch der Schuldner das geliehene Kapital 
zinsfrei: die Hausmiethe deckt die Zinsen (s. HWB 304 15 , vgl. 68). 

Z. 11. amii mu-kal-lim. Bed. fraglich. 

Z. 13. amU muda7nmik-Rammän d. i. einer der Ramman freundlich 
macht, günstig stimmt; vielleicht Bezeichnung eines Priesters. Anders 
DEMUTH, s. zu dessen erster Textnummer (IV. 222). 



6) Nr. 315 (26 Z.): Babel, »/ 4 VIKamb. 

i'\ 3 mane kaspi Sa ina 1 Siklu pit-ka nu-uh-hu-tu Sa Iläni-iddinu 1 
a\S A-ra-bi ina muh-hi Iki-Sa a\S Iddina-Nabu m. E-gi-bi u I ilu Bäbu- 
bel-biti aSSati-Su märti Sa Nabü-bälät-su-ik-bi m. Ba-ri-hL S Tas-li-mu 
f gal-lat-su-nu maS-ka-nu Sa Iläni-iddinu. i i-di amelu-tü u kubulli kaspu 
ia-a-nu. Iläni-iddinu 1 taQ)-balQ)-u. ami2 räSu-ü Sa-nam-ma ina eli ul 
i-Sal-lat a-di Iläni-iddinu 1 kaspa d i'\ 3 mane i-Sal-li-mu. ü-mu f Tas- 
li-mu a-Sar Sa-nam-ma ta-at-tal-ku ü-mu '\ 2 SE.BAR man-da-at-ta- 
Su i-nam-di-nu-u . i-en pu-ut 2-i na-Sü-ü sa kir-bi kaspi a i f l s mane it-tir. 

i«b <""ftmu-kin-7{u Ina-E-sag-ila-zer ajs Nergal-ubaffi-it a. Sag-di-di, 
Nabü-süm-iddina a\S Mardzik-Süm-ü-sur a. Nür- ilu Pap-sukal, Bel-uballi- 
it ajS Sil-la-a a. Sa-bi-na-Si-S7i, Bel-na--id a\S Iddina-Nabu a. E-gi-bi } 
Bel-ibni amil dupsar a\S Iddina-Nabii a. amH SÜ.HA. 

22 Bäbilu Düzu ümu 2o\i mati Sättu VI. Kdm-bu-zi-ia Sar Bäbili 
Sar mätäte. 

24 Iki-Sa u f ilu Bäbu-bel-biti mu-zib-tum f Tas-li-mu SMU-Sü ü-kat- 
ti-mu. 

1) geschr. MU. ... 



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— H - 

Übersetzung: 

i J / 3 Mine Silber, in Einsekelstücken . . . ., dargeliehen von Ilani- 
iddinu, Sohn des Arab, an Ikisa, Sohn des Iddina-Nabu, Sohns des 
Egibi, und seine Frau Bau-bel-biti, Tochter des Nabu-balatsu-ikbi, 
Sohns des Barih. Taslimu, ihre Sklavin, dient dem Ilani-iddinu als 
Pfand. Lohn für die Sklavin und Verzinsung des Geldes giebts nicht. 
Ilani-iddinu .... Ein anderer Gläubiger hat über sie keine Macht, bis 
Ilani-iddinu das Geld im Betrag von i */., Mine wiederhat. Geht Tas- 
limu anderswohin, so haben sie pro Tag V2 (Scheffel?) Gerste (?) als 
Leistung der Sklavin zu zahlen. Einer haftet für den andern, dass er 
das Gelddarlehen im Betrag von 1 V3 Mine zurückerstatten wird. 

PS. Ikisa und Bau-bel-biti haben die muzibtu der Taslimu, ihrer 
Sklavin, gedeckt (?). 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Darlehens von Geld. Verpfändung einer Sklavin, 
deren unentgeltliche Arbeit die Verzinsung des Geldes ersetzt. 

Z. 1. pit-ka f von patäku bilden, schaffen. Das Wort findet sich 
am häufigsten in diesem Ausdruck hier: x mane kaspi }a ina 1 Hklu 
pit-ka (153, 7. 161, 1. pit-ku: 116, 1 vgl. IV. 60, I. 114, 1. 275, I. III. 27, 1. 
Evilm. 8,7. 12, 1), ferner in der Verbindung: pit-ka kaspu (161, 1. Nerigl. 
5, 1. 38, 1. 72, 4). Die Bed. scheint etwas wie „prägen, Prägung" („ge- 
prägtes Silber") zu sein, und unser Ausdruck hier scheint sagen zu 
wollen: „so und so viel Silber, welches in Einsekelstücken geprägt 
ist." Dies wird deshalb wohl hinzugefügt, um darauf hinzuweisen, 
dass das Geld in der nämlichen Sorte auch wieder zurückgegeben 
werden soll (s. III. 242, 7: ina Simänu kaspa }a ina 1 Hklu pit-ka 
i-nam-din\ Nerigl. 72, 5: arhtt pit-ka kaspa idi biti a-na N.N. i-nam-din\ 
Dann kommt aber pit-ka auch noch in einer andern Verbindung vor, 
wo es diese Bed nicht haben kann; z. B. 374, 5: 3 gur AS ki-me 
iat-ru, 1 gur ff PA ki-me pit-ka (vgl. IV. 316, 2). 

Z. 2. nu-uh-hu-tu findet sich immer nur hinter der Bemerkung 
}a ina 1 Hklu pit-ka (116, 2. 153, 7. IV. 275, 2 Appendix zu Str. VI. 
B'- 5> l - 3- 7)- Da nahtu (syn. nipsu) gemäss HR 37 ein „kleiner Vogel, 
Kücken" ist, so darf hieraus viell. für den Namen nri3 die Bed. „klein 
sein", II 1 „verkleinern, in kleine Stücke zerlegen" geschlossen werden. 
Dann gäbe erst dieser Zusatz nu-uh-hu-tu (der sich nie selbständig 
findet) dem vorangehenden Ausdruck ina 1 Hklu pit-ka die Bed. „ge- 
prägt" (PEISER, KA 115: gemünzt \ wobei ja übrigens nicht gleich an 
vollständige Münzen mit Bildniss u. s. w. gedacht zu werden braucht, 
sondern nur an eine gewisse Form und Kennzeichnung derselben. 
Doch ist Weiteres noch abzuwarten. 



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- 15 - 

Z. 6. Hier wird eine Sklavin als Pfand gegeben, aber mit dem 
Bemerken, dass einerseits der Gläubiger für die Benutzung derselben 
keinen Arbeitslohn an die Schuldner, andrerseits aber auch die Schuld- 
ner keine Zinsen zu zahlen brauchen: die unentgeltliche Arbeit des Skla- 
ven deckt die Zinsen (HWB 304). Doch nicht in allen Fällen ist es 
so, wie hier; so müssen z. B. nach 195 trotzdem die vollen Zinsen ge- 
zahlt werden. Wieder in anderen Fällen wird durch die unentgeltliche 
Arbeit des Sklaven nur ein Theil der Zinsen gedeckt So wird in 379 
ein Kapital von 1 V 3 Silbermine verliehen, ein Sklave ist das Pfand 
für 1 Mine (ku-ian 1 meine kaspi mas-ka-nu) t und die noch übrige 
V 3 Mine wird wie gewöhnlich zu 2O°/ verzinst Ähnlich heisst es 
428, 4 ff.: Nabü-remu-hi-kun galhi-hi-nu ku-umQ) 1 meine ioHkil kaspi 
mas-ka-nu. i-di amelu-tü ia-a-nu ü hubullu kaspi ia-a-nu. amH rälu-ü $a- 
nam-ma ina muh-hi ul i-$al-lat a-di eli $a Nabü-tab-ni-usur kaspa-hi 
i-sal-li-mu ü sa kaspi a-d 10 Hklu ul-tu ümu 1. Sa Tebetu sa arhu 
ina eli ma-ni-e 1 Sikil kaspi hubullu-hi ina muh-hi-hi i-rab-bi. Die 
Zinsen von 1 Mine 10 Sekel gelten gedeckt durch die Arbeit des 
Sklaven, und nur noch 10 Sekel tragen Zinsen. 

Z. 12. Hier ist noch eine Klausel gemacht für den Fall, dass die 
als Pfand gegebene Sklavin dem Gläubiger entläuft; in diesem Fall 
haben nämlich die Schuldner täglich einen halben Scheffel (? doch 
wohl nicht gnr zu ergänzen wie 17, 1) SE.BAR an den Gläubiger zu 
liefern, als den Wert der täglichen Arbeit eines Sklaven. 

Z. 25. mu-zib\p-tum oder mu-sibjp-tum ist Feminin des Part. II 1 
von einem Stamm mt oder Cp2. Es steht 379, 14 und 428, 11 ähn- 
lich wie hier, im Zusammenhang mit Sklaven, die als Pfand gegeben 
werden. Ähnlich steht es IV. 325, 9 und 64, 8 bei Sklaven, die 
von ihrem Herrn zur Erlernung eines bestimmten Geschäfts auf län- 
gere Zeit zu einem Lehrmeister gegeben werden. Solchen Sklaven 
muss der Schuldner, der sie als Pfand, bez. der Herr, der sie in 
die Lehre giebt, die muzibtum mitgeben {katämu oder nadänu). Dies 
scheint demnach ihr Handwerkszeug oder ihre Kleidung oder sonst 
dergleichen zu bezeichnen. 

7) Nr. 305 (16 Z.): Babel, 30/, vi Kamb. 

*\ 2 mane 2 sikil kaspi 10 gur SamaUammu sa I-N-E ina eli Mi- 
nu-ii-Bel'iti-nu a\$ Nabü-bän-ahu m. E-gi-bl la kaspi A.AN *\ 2 mane 
2 likil kaspi Sa arhi ina eli ma-ni-e 1 sikil kaspi ina muh-hi-lu i-rab-bi. 
ina Türitu SamaUammu 10 gnr i-nam-din. 

8 <""'imu-kin-nu Kal-ba-a m\s Sil-la-a m Na-ba-a-a, Nabii-Iüm-iddina 
ajl Ardi-Bel a. E-gi-bi 1 Ki-na-a ajl Nür-e-a a. 7r-a-ni Iki-}a-Marduk 
düp-sar mji Apla-a a. Bel-e-te-ru. 



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— i6 — 

1Zh Bäbi/u Nisannu ütnu jo. Sättu VI. 2 Kam-bii-zi-ia Sar Bäbili 
Sar mätäte. 

i) DA. 2) Determ. kam, 

Übersetzung: 

V 2 Mine 2 Sekel Silber, 10 Gur Sesam, Forderung des I-N-E an 
Minu-Bel-iti-nu, Sohn des Nabu-ban-ahu, Sohns des Egibi. Was das 
Geld im 'Betrag von V2 -Mme 2 Sekel Silber betrifft, so wächst monat- 
lich zu 1 Mine 1 Sekel Silber ihn belastend hinzu. Im Tisri soll er 
die 10 Gur Sesam abliefern. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Guthabens an Geld und Sesam. Das Geld 
ist mit 2O°/ zu verzinsen, der Sesam im Tisri abzuliefern. 

8) Nr. 409 (23 Z.): Saiirin, *>/, Vlll Kamb. 

12 Sikil kaspi 6 gur Y\ PA SE.BAR Sa ilu Daian-bel-usur gallu Sa 
I-E ina muA-Ai Id-di-nu-nu ü Nabü-na-sir aple Sa Nabü-mudamtni-ik. 
ina Nisannu Sa Sättu IX. kaspa A.AN 12 Siklu ina kakkadi-Su i-natn- 
din-nu-u. ina Aar ti SE.BAR A.AN 6 gur yf PA ga-tnir-tutn ina muA-Ai 
i-it minü-ti ina ma-Si-Au Sa I ina biti I i-nam-din-nu-ti \ i-en pu-ut 
2-i na-Su-u Sa kir-bi [i-nam-din}]-nu pi-i SaA-pu maS-ka-nu Sa ilu 
Daian-bel-usur. amil räSu-ü Sa-nam-ma ina muA-Ai ul i-Sal-lat a-di 
muA-Ai Sa ilu Daian-bel-usur amil räSu-ü-Su in-ni-ti-ir. 

15 ****hnu-kin-nu Ri-tnut-bäbu ajS Nabü-äAe x -bulllt a. Mu-Se-zib, 
SatnaS-erba ajS Bälätu, Apla-a a\S Gi-tnil-lu, amel dupsar Bel-ibni aS 
Nergal-zer-ibni a. amil Sangu ilu Na-na-a. 

19 b äi Sa-Ai-ri-in Nisannu ütnu 2J. Sättu VIII. Käm-bu-zi-iä 2 Sar 
Babili u mätäte, 

22 Iki-Sa' s a-na Mu-Se-zib-Nabü am:l säb Sarri Su-bu-lu. 

1) BAB»™. 2) ohne »«. 3) ohne >". 

Übersetzung: 

12 Sekel Silber, 6 Gur ff Pa Gerste (?), Forderung des Daian- 
bel-usur, des Sklaven des I-E, an Iddinunu und Nabu-nasir, die Söhne 
des Nabu-mudammik. Im Nisan des 9. Jahres sollen sie das Geld 
im Betrag von 12 Sekel in seiner Kapitalsumme bezahlen. Im Ijjar 

sollen sie die ganze Gerste im Betrag von 6 Gur f\ Pa auf Einen 
Posten im Maasse des I im Hause des I abliefern. Einer haftet für 
den andern, dass sie das Darlehen zurückgeben (?) werden. Der 
gilt dem Daian-bel-u§ur als Pfand. Ein anderer Gläubiger hat 



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- 17 - 

darüber keine Macht, bis dass Daian-bel-usur, sein (besser: ihr) Gläubiger, 
befriedigt worden ist 

PS. Ikisa ist dem kgl. Soldaten Musezib-Nabu ausgeliefert worden. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Guthabens an Geld und Gerste. Das Geld 
soll am ersten Nisan des kommenden Jahres unverzinst zurückgezahlt, 
die Gerste im Ijjar (wohl ebenfalls des kommenden Jahres) zurück- 
gegeben werden. Verpfändung eines 

Z. 5. ina kakkadüu steht meist, wie hier, als ein Zusatz zur 
näheren Bestimmung der Rücklieferung des Geldes (45, 5. 161, 6. 
I95> 5. 3io, 4. 348, 8. IV. 15, 5. 37, 5. 141, 5. 334, 6). In dieser Ver- 
bindung bedeutet kakkadu „Betrag, Summe, Gesamtsumme", ent- 
sprechend dem hebr. tStfh z. B. Lev. 5, 24: ^ntüfcm W»ia in« öbth 
yfyp CID 11 (TALLQVIST). Seltener findet es sich in dieser Bed. auch 
bei etwas anderem als Geld, z. B. bei Datteln (26, 7): 84.7 gur suluppu 
kakkadu imittum, auch bei £ E.BAR (III. 118, 5. 205, 3. IV. 239, 4). 
Bei Getreide und Datteln steht dagegen gewöhnlich ein anderer Aus- 
druck, nämlich ga-mir-tum (Z. 7. 292, 6. Nerigl. 67,5), ga-mir-ti (218, 8. 
III. 244, 6) oder gam-ru-tu (54, 10. 322, 7. Nerigl. 21, 6. 22, 6). 

Z. 8. Ausser der Bestimmung, dass bei der Rückgabe nicht das 
Mass des Schuldners, sondern das des Darleihers bez. dessen Herrn 
das massgebende sein soll, wird auch noch festgesetzt, dass dieselbe 
im Hause des Itti-Marduk-balatu, dessen gallu der Darleiher ist, vor 
sich gehen soll. 

Z. 11. pi-i Sah-pul vgl. hierzu 257, 6. IL 103, 8. IV. 3, 1. 308, 1. 
Statt $ak kommt auch das Zeichen dun, $ul in Betracht. 

Z. 15. Ebenso wie hier ist ahe BAB**' geschrieben in den Eigen- 
namen: Nabü-ahe-iddina (257, 3. 322, 2) und Nabü-ahe-bullit (257, 16). 

Z. 19. u ' Sa-ki-ri-in, gewöhnlich Sak-ri-nu (167. 290. 321. 339. 391. 
410), dann auch $ak-ri-in (218. 292. 322), Sa-afy-ri-nu (54. 261. 53), 
£afy-ri-in-nu (104) und £a-kar-ri-nu (54). 

Z. 22 f. Die Nachschrift dieser Zeile ist mir unverständlich. 
$u-bu-lu wohl Perm. III 1 von abälu (bll). 

9) Nr. 164 (17 Z.): Babel, 28 / 3 III Kamb. 

6 gur ff PA S E.BAR }a ilu Daian-bel-usur gallu ta I-N ina 
muh-hi Itti'Nabü'bälätu aß Marduk-bän-zer a. Bel-e-tir 1 . ina Simäni 
SE.BAR d 6 gur A. AN i-na Bäbili ina biti Ii-nam-din. e-lat ra-M- 
tu niafy-ri'tutn. 

10 b *>*eitnu"kin-mi Bel-uballi-it a\$ Süka-a-a, Ri-mut a/i Na-din a. 
Sin~näsir, Itti-Nabü-bälätu amil dupsar a\i Marduk-na-sir a. Bel-e-tir. 



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— i8 — 

14 b Bäbilu Simanu ümu 28. Mttu IUP- Käm-bu-zi~ia }är Bäblli Ihr 
mätäte. 

1) Strassm.: e-kar, das als e-KAR = e-etir (vgl. u-BAL = ü-pallik Sanh. V 75) ge- 
fasst werden müsste; doch dürfte kar wohl nur ein Versehen statt fir sein. 2) Determ. kam, 

Übersetzung: 

6 Gur ff Pa Gerste (?), Forderung des Daian-bel-usur, Sklaven des 
I-N, an Itti-Nabu-balatu, Sohn des Marduk-ban-zer, Sohns des Bel-etir. 
Im Sivan soll er die Gerste im Betrag von 6 Gur in Babel im Hause 
des I abliefern. Unbeschadet der früheren Schuld. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Guthabens an Gerste. Lieferungstermin: 
Sivan. 

Z. 2. amäi GAL.LA oder gallu ist nicht schlechtweg und überall 
zu identifizieren mit „Sklave". An manchen Stellen hat das Wort 
allerdings diese Bedeutung. Zwar wird in den Kambyses-Kontrakten 
bei den Sklavenverkäufen dieses Wort der Regel nach nicht gebraucht. 
In diesen steht vielmehr amelütu, sowohl bei Sklaven (189, 5. 290, 5. 
365, 5; dagegen ^yz//« III. 94, 2. 96, 2. 110, 3) wie bei Sklavinnen (307, 4. 
309,4. 362, 5, doch vgl. fgal-lat-su 15, 3/143, 3. 287, 3. 334, 3. III. 97, 4). 
Ebenso da, wo Sklaven oder Sklavinnen der Tochter als Mitgift ge- 
geben werden (193,4. 214, 5. 215, 5. 216, 5). In den Fällen, wo ein 
Sklave oder eine Sklavin als Pfand bei Gelddarlehen dient, wird gallu 
bez. f gal-lat-su gebraucht: 315, 6. 379, 5. 429, 5. In diesen Fällen ist 
gallu (kallu) und gallatu also ein Sklave, der absolutes Eigenthum 
seines Herrn ist, mit welchem dieser schalten und walten kann nach 
seinem Gutdünken {ina hud libbi). 

Doch nicht überall, wo wir gallu , desgleichen ""t^MU lesen, 
ist ein solcher Sklave gemeint; vielmehr werden einem solchen^//« 
in verschiedenen Texten bedeutende rechtliche Zugeständnisse ge- 
macht, welche deutlich zeigen, dass er nicht in einem solchen Sklaven- 
verhältniss zu seinem Herrn steht. So kann der gallu Pfänder an- 
nehmen (54,4—6); er quittiert über empfangene Rechnungen (257, 10 — 
12); er kann selbst Geschäfte machen, z. B. mit Zwiebeln (167), mit 
Getreide und Zwiebeln (164. 391. 409), sogar mit Geld (161. 343). Sehr 
interessant ist auch der III. 17 mitgetheilte Fall, dass ein Herr seinem 
gallu ein Darlehen giebt, und zwar ein sehr hohes (833,50 M.): i4 2 \ 3 
mane 9 sikil kaspi sa Marduk-na-sir-ap-lti ms Itti-Marduk-bälätu a. 
E-gi-bi ina muk-hi Nabü-a-a-lu gallu sa Marduk-na-sir-äplu. Dies 
Alles zeigt, dass die Stellung eines gallu nicht so absolut abhängig, 
dass er nicht Sklave, sondern wohl ein freier Angestellter im Dienst 
oder Geschäft seines Herrn war, dem eine weit ausgedehnte Vollmacht 



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- 19 -— 

zu Gebote stand (Prokura?), und der seine Dienste ganz dem Hause 
seines Herrn, seines Prinzipals, widmete. Es ist gleichwohl selbstver- 
ständlich, dass er nicht ganz unabhängig war. Die Rechnungen zieht 
er ein im Auftrage seines Herrn {ina naspartum 127, 5); das Geld, 
das er verliehen, muss an seinen Herrn (343, 7), das Getreide und die 
Zwiebeln, mit denen er Geschäfte gemacht hat, müssen, wie in unserer 
Urkunde, in das Haus seines Herrn zurückgeliefert werden (391, 6. 
409, 8), während der galln auch hier das eventuelle Pfand selbst er- 
hält (409, 12). Es muss zwischen dem galln und seinem Herrn ein 
solches Verhältniss bestanden haben, wie zwischen dem Geschäfts- 
bevollmächtigten und dem Geschäftsinhaber. So rinden wir denn in 
unsern Kontrakten mehrere solcher Geschäftsbevollmächtigter bei dem 
grossen babylonischen Handelshaus des Itti-Marduk-balatu, nämlich 
Nergal-resua (43. 161), Daian-bel-usur (257. 391.409) und Bei- TUM-ia. (?) 
(343, 1); ferner einen andern Nergal-resua als galln des Iddina-Mar- 
duk (54. 86. 127. 162).. 

Eine ähnliche Stellung scheint die gewesen zu sein, welche die 
Angestellten, Gehülfen oder amil Ml)t l des Takis-Gula und Bel-rimanni 
hatten. Diese beiden Männer müssen Tempelvorsteher gewesen sein, 
denn an all den vielen Stellen werden sie nur in Verbindung mit 
Opfer und Tempelabgaben genannt: an sie wird das Opfer von den 
einzelnen Leuten abgeliefert. Zugleich mit ihnen und auch an ihrer 
Statt wird es an die amH MU* 1 oder Tempeldiener gegeben. So heisst es 

z.B. 113: 4. ma-H-hi mahrii-tum, 42 , naphar 4.6 ma-H-hi sat-tuk 

Sa Abu a-na Ta-kis- üu Gu-la u «> nii MUfi l iddi-?ia (vgl. 200. 210. 242. 274. 
281. 282. 291. 324. 353. 358. 359), und dann 62: 20 ma-H-hi sa sat-tuk 
suluppu ma-ak-ka-su ina sat-tuk la Ttiritu ana Ba-zu-zu gallu sa Ta- 
kü- ilu Gu-la iddi-na. Hier hat also der gallu das nämliche Recht, 
wie der, in dessen Diensten er steht, und dessen Stellvertreter er 
eventuell ist. Für den Wechsel von amil MU und gallu beachte auch 
den Wechsel von f Taslimu SMU-sü 315, 26 und fTaslimu fgal-lat- 
su-nu ibid. Z. 6 (s, unsere Nr. 6). 

' Jedenfalls ist in diesen beiden Fällen der gallu eines Kaufhauses und 
der gallu im Tempeldienst wohl zu unterscheiden von dem „Sklaven". 

Z. 6. SE.BAR d 6 gurruA.AN\ hier sind zwei der Bezeichnungen 
für „im Betrag von" zu gleicher Zeit angewandt. 

10) Nr. 319 (16 Z.): Babel, 28/ 6 VI Kamb. 

16 gur 1 PI stduppu imittu sa I-N-E ina viuh-hi Bel-hc-nu aj$ 
Bel-iddtna d, amil agru K ina Arahsamnu suluppu a 16 gur 1 PI ina 
muh-hi i-it minü-tum it-ti 1 gur tu-hal-lct män-ga-ga gi-pu-ü 2(J) da-ri-ku 
t-nam-din. 



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— 20 — 

9 amu jftwkin-mi Bel-iddina ajs Bel-ahe-bul-lit a. Da-i-ku, Bel-iddina 
aß Kudurru 2 a. Bel-e-tir, Nergal-iddlfia amil dupsar aß Sü-la-a a. 
Bel-e-tir. 

18 b Bäbilu Ulülu ümu 28. iättu VI. Käm-bu-zi-iä Ihr Bäbili fär 
mätäte. 

1) KU. GÄ. 2) Sa. DU. 

Übersetzung: 

16 Gur 1 Pi Datteln Pachtsteuer, Forderung des I-N-E an Bel- 
sunu, Sohn des Bel-iddina, Sohns eines Lohndieners. Im Marcheschvan 
soll er die Datteln im Betrag von 16 Gur 1 Pi auf Einen Posten 
nebst I Gur tuhallu, mangaga, gipti, 2 dariku abliefern. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Guthabens an Datteln. Lieferungstermin: 
Marcheschvan. 

Z. 1. Für imittum Pachtsteuer o. ä. (Ideogr. ZAG.LU) s. die 
„Vorbemerkungen". 

Z. 5. Wo immer es sich in den Kontrakten um Ablieferung von 
Datteln handelt, ist der Marcheschvan (Oktober — November) der 
hierfür übliche Termin. Noch bestimmter heisst es 325, 5: ina ki-it 
(am Ende) sa Arahsamna .... i-nam-din. An Ausnahmen sind inner- 
halb der Kambyses- Texte nur drei zu verzeichnen: 322 (Tischri), 
335 (Adar), 410 (Tammuz). 

Z. 8. da-ri-ku. Dieses Substantiv rindet sich (auch bei Nebuk. und 
Kyr.) nur in solchen Urkunden, welche von Datteln handeln, und zwar 
immer in derselben Verbindung, nämlich als letztes Glied dessen, 
was ausser den Datteln an den Eigenthümer des Feldes erstattet 
werden soll. In der Regel steht vor dariku (dariku) ein Zahlwort, 
das aber nur in wenigen Fällen deutlich erkennbar ist, z. B.: / da-ri-ku 
i-nam-din (280, 8); 2 da-ri-ku i-nam-din (56, 10. 122, 7. 325, 8. 320, 6); 
3 da-ri-ku i-nam-din-nu-11 (2, 1 2). Einen Schritt näher zur Erkennung 
der Bed. dieses Wortes bringen die beiden Stellen 174,9 und 179,10, 
an welchen vor dariku das Zeichen DUK steht, das bekannte Ideogr. 
für karpatu Topf (174, 9, enthält eine kleine Ungenauigkeit in der 
Schreibung des betr. Zeichens; vgl. auch noch IV. 123, 9. 316, 10). 

i-nam-din t in den Kambyses-Texten über 50 mal. Andere Schrei- 
bungen sind: i-nam-di-in (120, 17), i-nam-di-ni-ma (43, 15), i-na-ad-din 
(310, 5), ina-ad-din (388, 12). Fem. 3. Sing.: ta-nam-din (273, 12. 330, 12). 
1. Sing.: a-nam-din (408, 6). 3. Plur.: i-nam-din-nu (240, 8), häufiger 
i-nam-din-u (3, 8. 81, 9) oder i-nam-din-nu-ii (2, 12. 56,7. 10, 315, 14. 
322, 10. 409, 5. 9. III. 103, 6). Fem. 3. Plur.: ta-nam-din-nu.(Nerigl 
59, IS)- 



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— 21 — 

11) Nr. 56 (17 Z.): När-Banitum, 6/ 6 1 Kamb. 

34. gur suluppu imittu eklu $a Sü-la-a aß Gi-mil-lu a. Epi-es-ilu 
ina eli Rud-da-a aß Nabü-erba a. amil SU.HA u Ba-zu-zu aß Nabü- 
na-sir. Araksamnu ina ha-sa-ri ina ma-H-hu fa 1 PI ina eli i-it mi- 
nüti i-nam-din-nn-ii it-ti 1 gur tu-hal-lu gi-pu-u man-ga-ga bil-tum $a 
ku-sa-bi ü 2 da-ri-ku i-nam-din-nu-u . 

11 *™i mu-kin-nti Nabü-eti-ir aß Ina-E-sag-gil-ukin-aplu a. Sag-gil- 
a-a, Bel-käsir aß ilu E-a-iddlna a. Sin-sa-du-nu, amH düp-sar Nabü-ahe- 
bul-lit aß ilu Bäbu-iddina a. Mu-Se-zib. 

15 b När- ilu Bäni-tum Ulülu ümu 6. Mttit L Kdm-bu~zi-iä }ar Bäbtli 
u inatäte. 

17 b ii-sin-nu ut e-tir-rti-u. 

Übersetzung: 

34 Gur Datteln Feldpachtsteuer, Forderung des Sula, Sohns des 
Gimillu, Sohns des Epes-ilu, an Kudda, Sohn des Nabu-erba, Sohns 
eines Fischers, und Bazuzu, Sohn des Nabu-nasir. Im Marcheschvan 
sollen sie (sie) im ... in /V-Maassen auf Einen Posten abliefern, nebst 
1 Gur tuhallu, gipü, mangaga, einer biltu von husab und 2 dariku. 

PS. Dattelzweige sollen sie nicht erstatten. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung eines Guthabens an Datteln. Lieferungstermin: 
Marcheschvan. 

Z. 4. «™*SÜ.HA (55, 4. 117, 6. 213, 7. 218, 16. 240, 5. 285, 15. 
309, 16. 317, 16. III. 102, 14. 166, 19. 246, 19. 273, 9. 344, 13 u. s. w. 
IV. 83, 12. 171, 9. 196, 8. 334, 8. 345, 43) ist wahrscheinlich Ideogr. für 
ba-i-ru Fischer; vgl. III. 163, 13: ba-i-ru Dazu passt auch die Angabe 
K. 242 Col. I 24, dass ein Netz aus Binsen oder Schilf, mit Namen 
sannu, das Netz (ie-e-tum) des amil SU.HA sei. 

Z. 6. ha-sa-ru Die Wortverbindung ina hasari findet sich in 
unsern Kontrakten 10 mal, immer da, wo es sich um Ablieferung von 
Datteln handelt (vgl. IV. 91, 5. 316, 6). Gemäss HWB 288 b bedeutet 
es vielleicht den Ort der Palmenpflanzung, wo die frisch gepflückten 
Datteln gesammelt wurden. 

Z. 7. ina ma-H-hi sa 1 PI (174, 7. 179, 6. 325, 6. Nerigl. 21, 8. 54, 12. 
IV. 91, 5. 316,6) sollen die Datteln abgeliefert werden. Es soll da- 
mit gesagt sein, dass zum Abmessen der abzuliefernden Datteln ein 
Maass dienen soll von dem Inhalt eines Pi\ an andern Stellen wird 
das Maass einer bestimmten Person dazu ausersehen, z. B. 54, 11: ina 
ma-H-tß Sa Nergal-re-su-u-a , 317, 6. 322, 8. 409, 8: ina tna-si-hi la 
Itti'Marduk-bälätu, III. 347, 8. 424, 7: ina ma-H-hu sa Sarri. 



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— 22 — 

Z. 9. ku-sa-bi, immer nur in dieser Verbindung biltum sa fyusäbi, 
wird ebenfalls einen bestimmten Theil der Dattelpalme bezeichnen 
{vgl. HWB 287 b ). Vgl. IV. 60, 8: 30 biltum }a husäbl 

Z. 15. ilu Bäbu-iddina. ilu Bäbu ist eine der jüngeren Zeit ange- 
hörige Schreibung des Namens der Göttin Bau; vgl. 315, 4: S ilu Bäbu- 
bel-biti, dagegen 120, 5: f ilu Ba-ü-bel-biti. 

Z. 17. h-sin-nu, sonst meist sis-sin-nu (55, 8. 108, 11. 142, 11. 174, 11. 
325, 9), vergleicht sich dem hebr. 0^030. Es findet sich in unsern 
Kontrakten immer in ähnlicher Verbindung, wie hier (ul e-tir 55, 8. 
174, 11. 325,9, i-na-ahUc-ü 142, 11). 

e-tir-ru-u Prs. I 1 von eteru. 

Datiert ist die Urkunde aus När-Bänitum. Ebendorther stammt 
auch die andere Urkunde Nr. 55, welche ebenfalls auf Dattellieferung 
Bezug hat. In letzterer findet sich (Z. 14) noch der Zusatz: }a karrän 
Kis ki , „welches am Wege von Kis liegt". Da dieses Kis, aus welchem 
auch die beiden Texte III. 346 und 423 stammen (vgl. Sanh. I 21), nur 
wenig von Babel entfernt und ebenfalls an einem Fluss oder Kanal lag 
(III. 330,2: eli nari Kis ki \ muss auch der hier genannte Ort in der 
näheren Umgegend von Babel an einem der Kanäle gelegen haben. 

Was endlich den Dattelhandel im Allgemeinen betrifft, so muss 
dieser zur Zeit des Kambyses ein Hauptzweig des babylonischen 
Handels gewesen sein, mehr als der mit Getreide, Vieh und Sklaven. 
Denn nächst den Kontrakten, die von Geldgeschäften handeln, sind 
uns von diesem Handelszweig die meisten Urkunden, ca. 20, erhalten, 
abgesehen von denjenigen, in welchen ausser von Datteln noch von 
etwas anderm die Rede ist, z. B. Getreide, Zwiebeln oder Geld. Das 
grösste Handelshaus in diesem Artikel ist unstreitig das des vielge- 
nannten I-N-E. Von allen Urkunden dieser Art lauten zwölf auf den 
Namen I-N-E, zwei (53. 54) auf den Namen Nergal-ibni, Sohn des 
Nadin, die übrigen auf andere Personen. 

12) Nr. 153 (16 Z): Babel, 27/, ||| Kamb. 

4 mane p sikil kaspi si-i-mi nar-maQ)-ku sa siparri u gu-ul-la-tum 
sa siparri sa Ahe-iddina-Marduk mjs Marduk-^a-kin-süm m. E-te-ru ina 
muh-hi I-N-E, ki-i ümu 2p. ü-di-e I a-na Ahe-iddina-Marduk la ut-tir~ 
ra-am-ma la id-dan-nu kaspa A.AN 4 mane 9 hkil kaspi $a ina 
1 sikhipit-ka nu-uh-hu-tü .... Aar 11 I a-na Ake-iddtna-Marduk i-nam-din. 

11 <>>™ifnu-kin-nu Mu-h-zib-Marduk mj} Iddina-ahu m. Mu-kal-lim t 
atnH dupsar Mu-h-zib-Marduk mß Nabü-näsir m. amil idngü Bei. 

14 b Bäbilu Nisannu ümu 27. sattu III. Käm-bu-zi-id sar mätäte. 



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- 23 — 

Übersetzung: 

4 Minen 9 Sekel Silber, der Preis eines kupfernen Spendekrugs 
und einer kupfernen Schale (?), Forderung des Ahe-iddina-Marduk, 
Sohns des Marduk-sakin-sum, Sohns des Eteru, an I-N-E. Wenn am 
29. I die Geräthe dem Ahe-iddina-Marduk nicht zurückbringt und 
giebt, so soll I das Geld im Betrag von 4 Minen 9 Sekel Silber, in 
1 Sekelstücken . . ., am ? Ijjar dem Ahe-iddina-Marduk bezahlen. 

Bemerkungen: 

Bescheinigung einer Forderung, bestehend in Zurückgabe zweier 
auf einen Tag geliehener kupferner Geräthe oder in Bezahlung ihres 
Preises. 

Z. 2. gu-ul-la-tum, vgl. hebr. niä. 

Z. 5. ü-di-e „Geräthe", nämlich die beiden angeführten Kupfer- 
geräthe. Ausser an dieser Stelle und 330, 1. 9. 366, 3 steht das Wort 
sonst stets in der Verbindung ü-di-e biti und zwar meist in Heiraths- 
verträgen bei Anführung der Mitgift des Mädchens (193, 5. 214, 5. 215, 5. 

2l6 >5)- v v 

Z. 12. Dass der Name m MUSES (auch 110, 17) nicht Siim-usur, 

sondern Iddina-ahu zu lesen ist, beweist die Schreibung: m SE-na-ahu 

362, 1. 120, 21. 

13) Nr. 330 (21 Z.): Chursagkalama, «/ 9 VI Kamb. 

14) Nr- 331 (20 Z.): Chursagkalama, »/a VI Kamb. 

Ü-di-e Sa Marduk-Sa-ba-an-ni a-na J r, > Hu-un-na-tum fgal-lat Sa 
Itti-Marduk-bälätu i-nam-din\ 5 irfu 10 kussü 3 pasMru 1 1 in-gu-ri- 
nu 3 si-ir-pu i-en mar-ri [parzillt] 1 zir-mu-ü i-it nam-zi-tum i-en 
kan-kan-nu 1 mu-Sah-hi-nu i-it ** Hd-da-tum 1 mal-Sa-nu 1 a-ra-an- 
nu kanu-ü $ü-kul-la-a-na($). mimmu-su-nu it-ti a-ha-meS ia-a-nu, a-na 
eli a-ha-mes* ul i-tur-ru-nu. ü-di-e Sa S '* Hu-un-na-tum a-di kit* 1 Sabätu 
Marduk-Sa-ba-an-ni ul-$e-us-su, i-di biti f '*> Hu-un-na-tum ul-tu ram-ni-Su 
ta-nam-din. 

18 *>*Hmu-km-nu Ri-mut ajs Apla-a a. Ardi-NergaP, Bel-aplu- 
iddina aß Ri-mut a. pakaru, Tu-kul-tü-Marduk a\s Iddina-Nabü a. 
amH sangü parakki, u amH dupsar Kal-ba-a a\S Sil-la-a a. Na-ba-a. 

17 b Hur-sag-kalam-ma ki Kislimu ümn 11. sä tut VI. Kdm-bu-zi-ia 
}är Bäbili fär mätäte. 

19h ü-an-tim Sa f Lil-li-ka-nu Marduk-$a-ba-an-ni a-na J '** Hu-un- 
na-tum i-nam-din. 

1) Zeichen Sb 269 mit Determ. *>. 2) TIL. 3) geschr. UuU+AD.AZAG. 

1 mane kaspi stm so dan-?iu iikaru tabu a-di has-bat-tum, 2 \ 3 mane 
kaspi Hm 6o l gur stduppu, J j s mane 2 Hkil kaspi Um 2 mu-tah-hi- 



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— 24 — 

na-riu siparri }a 7'\ 2 mane }u-ku/-ta-j>u-nu 1 j-ta tik-zi siparri ü j ba- 
tu-ü siparri ü 4 gur }-sar-ia $a ina biii Sak-nu-u: naphär 2 mane 
2 sikil kaspi sa I-N-E [i-na eli}\ J r '* Hu-un-na-tum fgal-lat $a L \ultui\ 
kW 1 sa Tebetu hibullu ta-nam-din. [e-lat 5}] irlu 10 kussü [1 mu-sak-] 
hi-nu i-it ** $id-da-tum 1 in-gu-ri-nu 3 si-ra-pu 1 mar-ri parzilli 1 zir- 
mu-ü 2 nam-za-a-tum i-en natn-ha z -ri i-en si(i) kan-kan-na i# natn- 
za-a-tü 2 tnaS-Sa-na-nu. 

Folgen die Zeugennamen und die Datierung, völlig gleichlautend mit Nr. 330, Z. 13 — 19 a. 
Nur statt Tu-kul-tü-Marduk ist Tu-kul-tum-Marduk geschrieben. 
1) KU. 2) TIL. 3) so wird statt za zu vermuthen sein. 

Übersetzung: 

Hausgeräthe, welche Marduk-sabanni der PJunnatu, Magd des 
Itti-Marduk-balätu, zu geben hat: 5 Polster, 10 Stühle, 3 Schalen, 
1 ingurinu, 3 Scheren, 1 eiserne Schaufel, 1 zirmü, 1 natnzitu-Gefass, 

1 kankannu, 1 mtäakkinu, 1 Lade(?), I massänu, I arannu, . . .-Rohr. 
Irgend etwas haben sie nicht mit einander zu thun, sollen nicht gegen 
einander sich kehren. Die Hausgeräthe der Hunnatu soll bis Ende 
Schebat Marduk-sabanni . . ., die Hausmiethe soll IJunnatu von sich 
selbst aus bezahlen. 

PS. Den Schuldschein der Lillikanu soll Marduk-sabanni der 
Hunnatu geben. 

1 Mine Silber, der Preis von 50 Fass guten Dattelwein nebst 
Thongefäss, 2 / 3 Mine Silber, der Preis von 60 Gur Datteln, V3 Mine 

2 Sekel Silber, der Preis von 2 kupfernen, 7V2 Minen schweren 
musahhin, von 7 kupfernen tikzi und 3 kupfernen batü und 4 Gur 
. . . saria, welche in das Haus gethan worden sind — in Summa 
2 Minen 2 Sekel Silber, Forderung des I-N-E an Hunnatu, die Magd 
des I. Von(?) Ende Tebet an soll sie Zinsen zahlen. Ausser 5 Polstern, 
10 Stühlen, 1 musahhin, 1 Lade(?), I ingurinu, 3 Scheren, 1 eisernen 
Schaufel, I zirmü, 2 namzitu, 1 namhar, I kankanna }a namzätu, 2 
maHänu. 

Bemerkungen: 

Dass die beiden Texte Nr. 13 und 14, welche am nämlichen Ort 
und Tag geschrieben und von den nämlichen Zeugen beglaubigt sind, 
auch inhaltlich aufs Engste zusammengehören, geht daraus hervor, dass 
die in Nr. 14 Z. 10 ff. genannten Hausgeräthe ohne Zweifel die näm- 
lichen sind, von welchen in Nr. 13 Z. 3 ff. die Rede ist (Näheres s. unten). 
Jedoch ist es nicht ganz klar, wie beide Urkunden inhaltlich mit 
einander zu kombinieren sind. Gemäss Nr. 14 (d. i. V. 331) giebt Itti- 
Marduk-balatu am 11. Kislev des VI. Jahrs des Kambyses seiner 
Sklavin Hunnatu eine Summe von 2 Minen 2 Sekel Silber, damit sie 



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- 25 — 

dafür 50 Fass guten Dattelwein, 60 Gur Datteln sowie 2 kupferne 
musahtyinu und andere Geräthe oder Gefässe beschaffe, „abgesehen 
von" (elai) einer Menge anderer Hausgeräthe (Polster, Stühle u. s. w.), 
welche ihr gemäss Nr. 13 Marduk-sabanni liefern soll. Das „abgesehen 
von" weist darauf hin, dass auch diese Hausgeräthe einen Bestand- 
teil dessen bildeten, was Itti-Marduk-balatu seiner Sklavin gegeben 
und von dieser zurückzufordern das Recht hat, dass also Marduk- 
sabanni (ebenfalls ein Sklave bez. gewesener Sklave, da der Genealogie 
ermangelnd ?) lediglich im Auftrag des Itti-Marduk-balatu besagte 
Geräthe der IJunnatu giebt. Ebenhierauf fuhrt viell. auch die Be- 
stimmung der Z. 7 f. von Nr. 13: mimtnüZunu itti ahameS iänu, ana 
eli ahaviel ul iturrünu, falls diese gedeutet werden dürfen: irgend 
etwas haben beide mit einander nicht zu thun, gegen einander dürfen 
sie sich nicht wenden (nämlich klagend), d. h. weder Marduk-sabanni 
noch IJunnatu gelten als selbständige Kontrahenten, als juristische 
Personen, beide stehen in Abhängigkeit von Itti-Marduk-balatu. Ver- 
stehe ich beide Kontrakte recht, so scheint mir, dass Hunnatu mit 
Unterstützung ihres Herren Itti-Marduk-balatu einen Dattelweinschank 
etablieren, ein (besseres) bit sikari einrichten soll und zwar im Hause 
des Marduk-sabanni, welcher ihr gleichzeitig gemäss der Anordnung 
des Itti-Marduk-balatu die nöthigen Hausgeräthe zu geben hat. Die 
Miethe hat IJunnatu selbst zu bezahlen, ebenso hat sie das vor- 
gestreckte Kapital ihres Herrn zu verzinsen. Was dagegen Marduk- 
sabanni mit den von ihm gelieferten Hausgeräthen „bis Ende Schebat" 
thun soll oder zu thun berechtigt ist, ist mir leider dunkel, da die 
Verbalform der Z. 10 (Nr. 13) ul-se-us-su eine sichere Erklärung nicht 
zuzulassen scheint. 

Von den in Nr. 13 aufgezählten Hausgeräthen werden die folgenden 
auch in Nr. 14 genannt (theilweise in der nämlichen Reihenfolge): 
10 Stühle, 1 ingurinu, 3 sir{a)pu oder Scheren, 1 eiserne Schaufel 
(marri), 1 zirmü, 1 midahkinu, 1 Hddatum (Lade?), und gewiss auch 
(mit Ergänzung) 5 Polster. Statt I namzitum 1 kankannu (Nr. 13) 
bietet Nr. 14: 2 namzätum 1 namharii^) 1 kankanna($) fa namzätu, 
und statt 1 maUänu 1 arannii in Nr. 13 heisst es in Nr. 14: 2 maUa- 
nänu, woraus viell. geschlossen werden darf, dass arannu nur eine Art 
maUänu gewesen ist. Von 3 Schalen sowie von kanu-ü sü-kul-la-a-na 
(Lesung und Zeichenverbindung nicht zweifellos) verlautet in Nr. 14 
nichts. Trotzdem wird niemand die Identität beider Hausgeräthslisten 
beanstanden wollen. 

Im Einzelnen sei zu den Nrr. 13 und 14 kurz Folgendes bemerkt. 

Nr. i3. Z. 5. kan-kan-nn, vgl. HWB $Sg h sowie ükan-kan-na 
II. 761, 2. 

Z. 8. ana eli ahatneS ul i-tur-ru~nu. Vgl. inhaltlich die oft vor- 



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— 26 - 

kommende Redensart (s. z. B. IV. 188, 29 d. i. Nr. 30 bei Demuth) nl 
i-tur-ru-nu ahames id iraggumül 

Nr. 14. Z. 2. has-bat-tum Thongefäss, s. HWB 287 b nebst „Nach- 
trägen" S. 724 b . 

Z. 15. il «U \-AD.AZAG } besser **» GIR.AZAG (s. S b 94), höchst 
wahrscheinlich Nergal, s. VR 44, 55 c. d. 

15) Nr. 301 (14 Z.): Babel, 3 /? v Kamb. 

4 Hkil kaspi ina hubulli kaspi-[sui] I-N-E ina kät Lu-üsi-ana- 
nüri a\i Nabü-musezib-napsäte a. Sin-na-sir ma-hi-ir* i-en ta - a -* n sa- 
ta-ru il-ku-ü. 

7 **"ti mu-kin-nu La-a-ba-si . . a ] s BE-ia a. E-gi-bi, Sin-ta-kü-bul- 
lit aß Iddina-Nabü a. E-gi-bi, amil dupsar Nergal-ina-ese-etir a's Etir- . . . 
a. E-gi-bi. 

12 Bäbiln . . . ümu j. iättu V. Käm-bu-zi-ia Ihr Bäbili Sär mätäte. 

Übersetzung: 

4 Sekel Silber als Zinsen seines Geldes hat I-N-E von Lusi-ana- 
nuri, Sohn des Nabu-musezib-napsate, Sohns des Sin-nasir, empfangen. 
Je 1 schriftliche Urkunde haben sie bekommen. 

Bemerkungen: 

Quittung über erhaltene Zinsen. 

Z. 3. Lüsi-ana-nüri sc. Marduk, s. 125, 6 und 293, 11. 

Z. 6. il-ku-ü von likü (npb), wechselt ab mit dem genaueren 
Ifteal il-te-ku-ü] beide Formen rinden sich ungefähr gleichhäufig: il- 
ku-ü 88, 9. 147, 17. 215, 9. 217, 8. 253, 21. 257, 13. 351, 11. IV. 140, 8. 
211,9. 2 45,9. 278,21, il-te-ku-ü 117,21. 187, 12. 279,11. 349,31. 
373; 17. 375, 26. 388, 14. 419, 8. IV. 149, 10. 160, 9. 242, 10. 274, 7. 
338,u. 

Z. 7 ff. In der Zeugenreihe ist zu bemerken, dass jeder Zeuge 
als Enkel des Egibi bezeichnet wird. 

16) Nr. 135 (10 Z): »%> II Kamb. 

16 Hkil kaspi a-di kaspi }a iümi immer u m ... 1 Ri-mut ina kät 
Nergal-ru-su-ü-a ina na-aS-par-tum sa ilu Daian-bel-usur ma-hir. Ina 
nazä-zu I-ku-bu. 

7 Tebetu ümu 10. sattu IL Ga-bu-zi-iä" 1 $är Bäbili u mätäte. 

10 u Kud-da-a. 

1) Korrektur? 2) ohne «. 



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— v — 

Übersetzung: 

16 Sekel Silber nebst dem Gelde für Zwiebeln und Schafe hat 
Rimut aus der Hand des Nergal-rusua infolge einer Anweisung des 
Daian-bel-usur empfangen. Im Beisein des Ikubu und Kudda. 

Bemerkungen: 

Quittung über erhaltene Geldbeträge. 

Z. 3. Nergal-ru-su-ü-a (auch 43, 5), gewöhnlich Nergal-re-su-ü-a 
(54, 5- 86 > 5. 125, 3. 127, 3. 135, 3 161, 2. 167, 2. 253, 5). 

Z. 4. na-as-par-tum von Ikapäru schicken, senden. Die Bed. muss 
sein: im Auftrag. Es kommt stets in dieser Verbindung vor: ina 
na-ahpar-tiim sa N.N, und es handelt dann eine Person, z. B. hier 
der galla, im Namen eines andern (na-at-par-tum 86, 3. 131, 4. 253, 7. 

IV. 149, 3. 213, 1, na-as-par-ti V. 109, 3. Evilm. 9, 8, na-aS-pa-aS-tiim 

V. 338, 19; irrig na-ahpa-par-tum V. 127, 5). 

Z. 5. ina DU bez. GUB-zu, zu lesen ina nazä-zu (s. DELITZSCH 
in BA II 135 f. auf Grund von I R 66 Col. II 16), bed. „in Gegenwart, 
vor, coram k \ und die mit diesem Ausdruck eingeführten Personen ver- 
treten die sonst üblichen Zeugen (7, 5. 80, 7. 169,4. 248, 11. 384, 14; 
ina DU Sa N.N Evilm. 3, 6). 

Z. 10. Diese Zeile gehört offenbar nicht hierher, sondern hinter 
Z. 6; weil der Schreiber sie dort vergessen hat, fügt er sie ohne 
weitere Bemerkung am Schluss an — eine häufig vorkommende Schreib- 
fehlerverb esserung. 

17) Nr. 370 (19 Z.): Babel, 1/3 VII Kamb. 

U-an-tim sa 4'\ 3 mane kaspi }a a-na Sü-mi Sa f Ina-E-sag-üa-ra- 
mat märat-su sa Zeri-ia a. Na-ba-a-a ina muh-hi Bel-er-ba m\s Pir-u 
m. h'-a-ni sab-tu. ina pan I-N-E ki-i u-tir-ri, a-na Bel-er-ba it-ta-din. 

9 <™*i mti-kin-nii Nabü-nkin-ap-lu miß Nür-e-a m. Ir-a-ni, Ardi-ia 
aß Gi-mil-lu m. amil DlM t Nabü-iki-Sa aß Se-el-li-bi m. amH abu biti, 
Itti-Nabü-bälätu düp-sar ajs Marduk-Süm-ustir m. amil nappahu. 

15 b Bäbiln Simänn ümu 1. Sättu VII. Käm-bu-zi-id Ihr Bäbili $ar 
mätäte. 

18 i-en A.AN $a-ta-ri il-ku-ü. 

Übersetzung: 

Schuldschein über 4 1 3 Mine Silber, ausgestellt auf den Namen 
der Ina-Esagila-ramat, Tochter des Zeria, Sohns des Nabaia, belastend 
den Bel-erba, Sohn des Pir\i, Sohns des Iranu. Nachdem er ihn vor 
I-N-E beglichen (?) hat, hat dieser ihn dem Bel-erba gegeben. 

PS. Je 1 schriftliche Urkunde haben sie bekommen. 



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— 28 — 

Bemerkungen : 

Quittung über Abtragung einer Schuld und Rückgabe des betr. 
Schuldscheins an den Schuldner. 

Z. 8. it-ta-din. Die dann und wann sich aufdrängende Frage, ob 
7iadänu im Ifteal „geben" oder vielmehr „nehmen" bedeute, ist dahin 
zu beantworten, dass es immer nur „geben, liefern, verkaufen" bedeutet. 
Meist findet es sich bei Tempellieferungen, z. B. a-na Ebabbara it-ta- 
din (18, 2. 22, 2. 76, 3. 89, 3. 146, 3. 211, 3. IV. 122, 4). Ausserdem s. 
V. 415, 11;' ferner III.85, 4. IV. 32, 6. 57, 14. 247, 4 u. a. St. m. 

18) Nr 231 (s Z.): ,5 / 2 IV Kamb. 

8 mane sipätu ri-ki-it limi alpi-lu Bel-id-dan-nu a. Ilei *-Marduk 
e-tir. 

4 Aaru ümu 15. Mttu IV. Käm-bn-zi-ia sär Bäbili u mätäte. 
1) DA. 

Übersetzung: 

8 Minen Wolle, den Rest des Preises seines Rindes, hat Bel-iddannu , 
Sohn des Ile'i-Marduk, erhalten. 

Bemerkungen: 

Dieser kurze Text ist deshalb interessant, weil er zeigt, dass die 
Zahlung in damaliger Zeit auch durch Tausch gegen andere Waar^n 
geschehen konnte. Der Werth der Wolle ist weder in unserer noch 
in analogen Urkunden angegeben. 

ri-hi-it (auch 253, 10), stat. cstr. von ri-ih-twn (97, 7. 182, 8. 184,6), 
ri-ih-tit (235, 3) Rest. Daneben findet sich auch ri-hu (ri-hi 129, 1. 
169, 3. 209, 5 u. ö., ri-ih-hi 144, 1) und ri-hi-iü (128, I. 250, 4. 266, 4, 
ri-hi-ti 12, 3. 128, 1. 378, 3, ri-hi-tum 291, 2. 378, 3). 



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I 



THESEN. 



i) Dass die Babylonier geprägte Münzen gehabt haben, lässt 
sich aus den Kontrakten nicht beweisen. 



2) Die in den Kontrakten häufig wiederkehrende Phrase: Uten 
put laut naiü, deren Verständnis von grundlegender Bedeu- 
tung ist, darf nicht mit PEISER übersetzt werden: „Eine 
Quittung bringen beide", sondern heisst: „einer bürgt für 
den andern." 



3) Sanherib hat auf seinem Feldzug gegen Jerusalem zweimal 
eine Gesandschaft an Hiskia geschickt. 



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VITA. 



Ich, Ernst Gottfried Franz Ziemer, evang.-lutherischer 
Konfession, bin am 2 1 . Juni 1872 zu Stettin geboren als Sohn 
des Konstrukteurs Franz Ziemer und seiner Ehefrau Anna (f) 
geb. Schaede. In Essen a. d. Ruhr, woselbst mein Vater seit 
1873 * n Dienstdll der Krupp'schen Gussstahlfabrik steht, be- 
suchte ich die Elementarschule und seit 1882 das Königliche 
Gymnasium. Ostern 1890 bestand ich ebendort das Abiturien- 
tenexamen und widmete mich dann auf den Universitäten zu 
Breslau, Leipzig und Erlangen dem Studium der Theologie. 
Die erste Anregung zum Studium der orientalischen Sprachen 
erhielt ich in dem von Herrn Pastor Greve geleiteten theol. 
Seminar der evang.-luther. Kirche in Preussen zu Breslau und 
studierte schon damals unter Dr. Peiser in Breslau Assyrisch, 
unter Prof. Dr. Socin in Leipzig Arabisch und Aramäisch. Im 
April 1894 bestand ich vor dem Ober-Kirchen-Kollegium der 
evang.-luther. Kirche in Preussen das 1. theologische Examen 
und studierte dann noch drei Semester ausschliesslich orienta- 



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- 32 - 
lische Sprachen an der hiesigen Universität, besonders unter 
den Herren Professoren Drr. Delitzsch, Fraenkel, Hille- 
brandt und Dr. Brockelmann. Allen genannten Herren, be- 
sonders aber Herrn Prof. Friedrich Delitzsch fühle ich mich 
für die vielfachen Anregungen und die mir in reichstem Masse 
zu Teil gewordene Förderung meiner Studien zu grösstem 
Danke verpflichtet. 



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